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  • Meike Strohbach

Vom „Nicht genug“ über den Sinnes-Moment zur „Präsenz“





Heute las ich zwei inspirierende Texte. Bei einem ging es um das Erleben von Harmonie. Der andere handelte von „Nicht genug“. Beziehe ich nun diese Worte auf das Erleben meines Alltags, kommt mir Folgendes :


Während ich denke ich tue noch nicht genug für „“ oder habe nicht genug von „ " bin ich am Vergleichen - mit einem Ideal - etwas was sein sollte oder was mal war.

Dann habe ich den Moment verloren. Jetzt heißt es Stopp und meine Aufmerksamkeit erneuern:




Kann ich mein Streben einen Moment lassen und wahrnehmen?

Was ist jetzt genau?

Wo bin ich?

Sehe ich den Raum, in dem mein Körper ist?

Bemerke ich, dass sich atme?

Spüre ich den Boden unter den Füßen?

Wenn ich sitze: kann ich mich tragen lassen vom Boden und vom Stuhl?

Erlaube ich mir einen Moment nichts zu tun und Zeit zu haben?

Vielleicht kann ich beobachten, was um mich herum ist?

Hören, Ertasten, Sehen und neugierig sein?


So erlebe ich den Moment neu, ohne zu Erwarten, dass etwas Bestimmtes geschieht. Das ist für mich der Kern des Innehaltens: erwartungsfreier werden, registrieren, wahrnehmen und entdecken. Dann kommt der Körper in sein eigenes harmonisches Gleichgewicht, immer wieder neu. Wollen wir etwas festhalten, ein Körpergefühl, eine Haltung oder versuchen das zu einem späteren Zeitpunkt wieder „herbeizufühlen“ oder im Vergleich zu fühlen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir damit ein zuviel an Muskelspannung benutzen. Dann wird klar dass Gedanken/Aufmerksamkeit und Körperliches Ausrichten unmittelbar und im Wechsel aufeinander einwirken.


Wenn ich also die Alexandertechnik unterrichte, braucht es am Anfang der Stunde immer ein Weilchen, bis das gewohnte Denken und Lenken ausschließlich aus den Gedanken zur Ruhe kommt und die damit verbundenen gewohnten Anspannungen. Energetisch könnte ich sagen, dass sich dann im Laufe der Stunde eine Verbindung durch den Rumpf, das Becken in die Beine und dann in den Boden enwickeln. Dann höre ich Ausrufe wie: "Oh ich habe wieder einen Rücken“, „meine Beine haben jetzt losgelassen und der Bodenkontakt ist satter“, „Ich fühle mich viel mehr als Ganzes verbunden“. Für mich ist das so, als wenn wir dann wieder mit unserem Körper ganz eins sind. Also Denken, Bewegen und Agieren in Harmonie sind.


Dann höre ich, aber wie soll ich das im Alltag schaffen? Mit dieser Frage sind wir schon raus aus dem Moment und der Präsenz. Wir haben versucht uns nur mit dem Denken zu lenken. Es sind vielmehr die kleinen Auszeiten, Stopps und das Innehalten vorm Bewegen, oder wenn ich beim Bewegen die Augen lebendig sehend dabei habe, die den Unterschied machen. In diesen kleinen „Auszeiten“ gönnen wir es uns im Moment präsent zu werden. Dann lösen sich unsere festgefahrenen Bewegungsmuster ein Stück und im Gehirn wird das Zusammenspiel zwischen Anspannung und Dasein neu sortiert. So entsteht eine neue Harmonie, wo wir im Moment mit dem Körper und unseren Sinnen präsent sind. Sozusagen haben wir auf den „Refresher“ Knopf gedrückt. Es reicht das Stoppen und immer wieder neue Wahrnehmen im Raum. Dann sind wir da wo wir sind und wie wir sind genau richtig :-). Es fällt alles ab. Ganz tief innen drin sind wir dann angekommen.

Jetzt weißt Du, warum mir diese Arbeit so viel Freude bereitet. Diese magische Momente mitzuerleben macht mich sehr dankbar.


Ich wünsche Dir eine schöne Woche und viele frische Momente!

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